Für ein effektives Abwehren von Krankheiten ist ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Vitamine wichtig. Darauf machten Wissenschaftler beim letzten Hohenheimer Ernährungsgespräch der Universität Stuttgart aufmerksam. Besonders eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A (und seiner Vorstufe Beta-Carotin), E, D und C sind wichtig für das Immunsystem.
Vitamin A sorgt für eine intakte Schleimhautbarriere, die das Eindringen von Viren und Bakterien über die oberen Atemwege verhindert. Vitamin D aktiviert die sogenannten T-Zellen, die helfen, Viren im Körper unschädlich zu machen. Auch das fettlösliche antioxidativ wirkende Vitamin E leistet einen wichtigen Beitrag für die T-Zellen und somit für das Immunsystem, indem es deren Wachstum stimuliert. Vitamin E kann seine volle Wirkung jedoch nur mit dem letzten Teamplayer entfalten, dem Vitamin C. Die Wissenschaftler äußerten auch ihre Besorgnis darüber, dass nach wie vor die Zufuhr von Vitamin A und Vitamin D in Deutschland zu gering ist. Dabei stehen nicht so sehr die klinischen Mangelerscheinungen im Vordergrund, da diese in Industrieländern so gut wie nicht vorkommen. Schleichende Vitamin-Defizite können jedoch die Immunabwehr schwächen und langfristig das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Gerade ältere Menschen weisen Versorgungslücken mit Vitamin A und D auf. Lebensmittel, die reich an diesen Vitaminen sind, werden zu selten gegessen. Auch Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, kann nur bedingt für einen Ausgleich der Versorgungslücke sorgen. Neuere Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Bevölkerung zur Deckung ihres Vitamin A–Bedarfs eine erhöhte Beta-Carotin-Zufuhr bräuchten, da sie genetisch bedingt Beta-Carotin nur eingeschränkt in Vitamin A umwandeln können, so Professor Dr. Biesalski. [CR]
Schlagworte: Beta-Carotin, Immunsystem, Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E