Wir Verbraucher lassen uns gern mit günstigen Preisen, tollen Namen und bunten Bildern locken. Das hat auch die Lebensmittelindustrie schon herausgefunden und schummelt nur allzu gern bei vielen Produkten. Diese Tatsache ist eigentlich kein Geheimnis mehr und doch sind wir immer wieder überrascht, wie leicht wir uns hinter’s Licht führen lassen. Doch es gibt immer zwei Seiten. Wären wir Verbraucher wirklich kritische Kunden, hätte die Industrie mit ihren künstlichen Produkten auch keinen Markt. Allerdings wird die Industrie auch immer erfinderischer, wie man am Beispiel von Analog-Käse sehen kann.
Unter Analog-Käse versteht man eine Käseimitation, die aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke und Geschmacksverstärkern besteht. Verwendet wird diese Käseimitation vorwiegend im Fast-Food-Bereich und in Backshops. Aber auch im Supermarkt ist der Kunstkäse verstärkt z.B. auf TK-Pizza anzutreffen. Enthält ein Produkt nur Analog-Käse, darf der Begriff Käse nicht geführt werden. Um diese Hürde zu umgehen wenden einige Hersteller einen Trick an: sie mischen in ihren Produkten einfach einen geringen Teil echten Käse unter. Aber warum benutzen die Hersteller eigentlich immer öfter Kunstkäse? Ganz einfach – Analog-Käse ist billig. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg ist der Kunstkäse im Einkauf um 30 bis 40% billiger als das Original. So gesehen könnte man behaupten, die Industrie passt sich dem Markt an, denn die Verbraucher wollen doch preisgünstige Produkte kaufen. Sind wir also selbst schuld, wenn die Lebensmittelindustrie uns mit Kunstkäse und irreführenden Begriffen hinter’s Licht führt?
Käse ist längst nicht das einzige Lebensmittel, bei dem geschummelt wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg machte darauf aufmerksam, dass z.B. auch Garnelen oder Putenfleisch imitiert werden. Auch Krebsfleisch wird erfolgreich imitiert. Dabei werden die Eiweißbestandteile aus zerkleinertem Fischfleisch herausgewaschen und ausgepresst. Es werden Zusatzstoffe, Gewürze und Geschmacksverstärker beigemengt und mit speziellen Maschinen muskelfaserähnliche Strukturen erzeugt. Was man unter Formfleisch versteht oder wie bei Eis geschummelt wird ist im Blog naked food von Sabine Segerer zu lesen.
Abgesehen von der Irreführung, erfährt der Verbraucher aber auch eine Täuschung bezüglich der wertgebenden Inhaltsstoffe. Denn zur Kalziumversorgung kann z.B. ein Analog-Käse nicht beitragen.
Uns Verbrauchern bleibt nur, die Augen beim Einkaufen offen zu halten, wachsam die Zutatenliste zu lesen und weitgehend auf Fertigprodukte zu verzichten. [CS]
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